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Interview

Fragen an Dieter Winkler zum Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern


Haben Sie Ihre Kinder zum Schreiben von Kinderbüchern ermuntert?

Dieter Winkler: Klar doch. Ich wollte mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen, als mir das als fest angestellter Chefredakteur möglich war. Also machte ich mich selbstständig. Und knobelte - neben vielen anderen Tätigkeiten - solange an meiner Netsurfer-Idee herum, bis endlich die Augen meiner Kinder beim Lesen aufleuchteten. Da konnte dann auch der Verlag nicht mehr "Nein" sagen.

Was steuern Ihre Kinder zu Ihren Romane bei?

Dieter Winkler: Vor allem sagen sie mir, ob eine Idee "geil" oder "Schrott" ist. Meine Tochter Tanja hat beispielsweise die ersten Netsurfer-Seiten (Operation Delta) bereits mit zarten 8 Jahren gelesen und gleich zwei wesentliche Änderungen durchgedrückt. Hauptperson Pitt war ihr zu cool, die Geschwister Pitt und Sabrina stritten sich zu heftig - also habe ich das in ihrem Sinne geändert!

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Dieter Winkler: Ich wollte immer Schriftsteller und/oder Journalist werden: Und habe das Glück gehabt, schon sehr früh beides verwirklichen können. Mit dem Schreiben habe ich mit 13 begonnen, mit 16 habe ich SF-Stories eingeschickt - und bekam sie immer prompt abgelehnt - seit meinem 19. Lebensjahr veröffentliche ich. Sehr spannend war für mich anfangs auch das Übersetzen von Isaac Asimov, Stephen King, Arthur C. Clarke etc. sowie die Entwicklung verschiedener Roman- und Fachbuch-Reihen, die seit Anfang der 80er Jahre veröffentlicht wurden.

Wie lassen sich Ihre beiden Berufe vereinen?

Dieter Winkler: Journalismus bedeutet: Neugierig sein, herumstöbern, Dinge aufspüren. Kinderbücher schreiben bedeutet: Fantasie ausleben, sich zurückbesinnen an die eigene Kindheit, viel mit Kindern umgehen. Da aber auch Kinder neugierig sind und gern herumstöbern, passt beides zusammen wie der linke zum rechten Schuh.

Was für Leserreaktionen gibt es auf Ihre Bücher?

Dieter Winkler: Ich freu mich natürlich sehr über Briefe wie: "Grüß Gott Herr Winkler, ihre Bücher find ich toll!". Aber ganz baff bin ich über ganze Abhandlungen zu einzelnen Romanen, mit Zeichnungen der Helden, mit kleinen Geschichten um eine meiner Reihen herum etc. Die Leser mailen mir dabei entweder, oder ich begegne ihnen bei meinen zahlreichen Lesungen - die mich bislang vom SOS-Kinderdorf in Österreich bis zur Stadtbücherei Wismar an die Ostseeküste geführt haben.

Wer sind Ihre besten/wichtigsten Kritiker?

Dieter Winkler: Die Chefkritikerin ist meine Frau (ebenfalls Autorin), mit der ich alle Ideen durchhechele und die mir ganz kräftig irgendwo hintritt, wenn ich mich (mal wieder) vergaloppiere. Ganz wichtig sind auch meine Kids mit ihrer garantiert kindgerechten Sicht und die vielen Lesermeinungen, die bei mir per E-Mail eintrudeln oder die ich bei Lesungen erfahre.

Wie geht es mit den erfolgreichen Netsurfern weiter?

Dieter Winkler: Die für den bekannten Kinderbuchpreis EMIL nominierte Netsurfer-Reihe wird durch neue Hörspiel-Folgen (die ich auch weiterhin alle selber schreiben werde) sowie eine eigene Fernsehreihe ergänzt, die von der bekannten Produktionsfirma ndF produziert wird. Viel Spaß macht es mir auch, an Schulen aus Netsurfer-Büchern zu lesen.

Woher nehmen Sie Ihre Ideen? Was inspiriert Sie?

Dieter Winkler: Mich interessiert, was Menschen antreibt. Also bauen sich meine Geschichten von den Hauptpersonen her auf - und der Umgebung, in der ich sie ansiedle.

Schreiben Sie auch Dinge, die Sie selbst erlebt haben?

Dieter Winkler: Klar. Etliche meiner Hobbys (Musikmachen, Kampfsport, Bootfahren, Computer) spiegeln sich beispielsweise in meiner neuen Reihe STOPPT GEWALT wieder. Wenn also Paddel in sein Schlagzeug haut oder Denis seinen Computer quält, bringe ich hier meine eigenen Erfahrungen ein.

Wie kamen Sie auf das Thema "Stoppt Gewalt"?

Dieter Winkler: Ich stehe auf Frieden - und das im Kleinen wie im Großen. In meiner Reihe will ich zeigen, wie man sich mit Köpfchen gegen Gewalt durchsetzen kann, ohne gleich selbst über die Stränge zu schlagen. Das halte ich für umso wichtiger, da sich die Gewaltspirale zur Zeit leider ständig nach oben schraubt.

Wie lange brauchen Sie um ein Buch zu schreiben?

Dieter Winkler: Sehr unterschiedlich. Die Arbeit am ersten Band der Stoppt-Gewalt-Reihe zog sich beispielsweise über fast drei Jahre hin. Zum Schreiben selber brauche ich dabei ungefähr zwei Monate.

Warum hat Henry Maske das Vorwort zu Ihrer neuen Reihe STOPPT GEWALT geschrieben?

Dieter Winkler: Im Januar 2002 startete die neue Abenteuer-Reihe STOPPT GEWALT mit einem Vorwort von Henry Maske, im Herbst präsentiere ich zusammen mit Henry Maske den dann neuen dritten Band dieser neuen Reihe auf der Frankfurter Buchmesse. Der Grund für diese ungewöhnliche Zusammenarbeit: Der Boxweltmeister engagiert sich mit seinem Henry-Maske-Fonds für benachteiligte Kinder und Jugendliche und versucht damit - wie ich in meinen Büchern - ein Zeichen für junge Menschen zu setzen, die sich kraftvoll aber ohne Gewalt im Leben durchsetzen.




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